VdS-Fachtagung 2026

VdS-Fachtagung 2026: Sicherheit in Kreditinstituten im Fokus

Die VdS Schadenverhütung GmbH Fachtagung „Sicherheit in Kreditinstituten“ am 19. Februar 2026 in Köln hat erneut gezeigt, wie stark sich die Anforderungen an Banken, Sparkassen und Sicherheitsdienstleister verändern. Digitalisierung, neue Bedrohungslagen und steigende regulatorische Anforderungen stellen die Branche vor immer komplexere Aufgaben.

Im VdS-Bildungszentrum standen aktuelle Themen wie die Sicherung von Mietfachanlagen, der digitale Euro, Haftungsfragen im Sicherheitsbereich, moderne Schutznebeltechnik sowie der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) im Bankenumfeld auf dem Programm. Die Tagung bot nicht nur Fachvorträge, sondern vor allem einen intensiven Austausch zwischen Banken, Versicherern, Sicherheitsplanern und spezialisierten Fachunternehmen.

Besonders deutlich wurde: Sicherheit in Kreditinstituten ist heute längst mehr als Einbruchschutz. Gefragt sind ganzheitliche Konzepte, die mechanische Sicherheit, elektronische Systeme, Haftungsfragen und organisatorische Abläufe gleichermaßen berücksichtigen.

Praxisnaher Höhepunkt: Liveumrüstung nach VdS 3529

Ein besonderer Höhepunkt der Tagung war der praxisnahe Vortrag von Heinz Frank, Vorsitzender des Verbands der selbstständigen Tresor Techniker. Im Rahmen einer Liveumrüstung demonstrierte er die sachgemäße Modernisierung eines Geldautomaten-Wertschutzschrankes nach der Richtlinie VdS 3529.

Die Richtlinie VdS 3529 definiert klare Anforderungen für Unternehmen, die zertifizierte Wertbehältnisse warten, reparieren oder umrüsten. Ziel ist es, die Schutzwirkung des Wertbehältnisses auch bei technischen Modernisierungen vollständig zu erhalten.

Klare Regeln für fachgerechte Umrüstung

Bei der Umrüstung von mechanischen auf elektronische Schloss-Systeme gilt ein zentraler Grundsatz: Die bestehende mechanische Schutzstruktur des Wertbehältnisses darf nicht beeinträchtigt werden.

Das bedeutet konkret: Die neuen elektronischen Schloss-Systeme werden so integriert, dass kein direkter Eingriff in die ursprüngliche Schlossmechanik erfolgt. Die vorhandenen Schlösser bleiben in ihrer ursprünglichen Position erhalten. Dadurch bleibt die geprüfte Sicherheitsstruktur des Tresors oder Wertschutzschrankes gewahrt.

Falls bei Umbauten oder Demontagen offene Bohrlöcher vorhanden sind, müssen diese fachgerecht verschlossen werden. Auch dies ist ein wichtiger Bestandteil der VdS-konformen Ausführung.

Dokumentation schafft Sicherheit und Transparenz

Ein wesentlicher Bestandteil der Richtlinie ist die lückenlose Dokumentation aller Arbeiten. Vor Beginn und nach Abschluss der Umrüstung werden Fotos vom alten und neuen Schloss-System angefertigt. Zusätzlich wird ein detailliertes Protokoll erstellt, in dem sämtliche Arbeitsschritte nachvollziehbar festgehalten werden.

Zum Abschluss bringt der zertifizierte Fachbetrieb eine VdS-Umrüstplakette am Wertbehältnis an. Diese Plakette dokumentiert die sachgemäße Ausführung und enthält den Namen des ausführenden Technikers sowie die VdS-Anerkennungsnummer des Unternehmens.

VdS-Anerkennung: wichtiges Qualitätsmerkmal

Die VdS-Anerkennungsnummer ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal für Betreiber, Banken und Versicherer. Sie bestätigt, dass das ausführende Unternehmen nach den Anforderungen der Richtlinie VdS 3529 zertifiziert ist.

Die Anerkennungsnummer befindet sich: auf dem offiziellen VdS-Zertifikat des Unternehmens,
auf der VdS-Plakette am Wertbehältnis und im öffentlichen Verzeichnis der VdS Schadenverhütung GmbH.

Für Betreiber von Wertschutzschränken und Tresoranlagen bedeutet dies ein hohes Maß an Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Sicherheit. Die Liveumrüstung auf der VdS-Fachtagung hat eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig fachgerechte Modernisierung, Dokumentation und zertifizierte Ausführung für den langfristigen Schutz sensibler Werte sind.